Der Begriff Kooperationsrecht ist kein eigenes Gesetz; vielmehr handelt es sich um ein übergreifendes Bündel an Rechtsregeln und Rechtsgebieten, die bei Kooperationen zwischen Influencer:innen und Unternehmen relevant sind.
Je nach Art der Zusammenarbeit können dabei Aspekte aus folgenden Rechtsbereichen zum Tragen kommen:
- Vertragsrecht (insbesondere zivilrechtliche Verträge und Leistungspflichten)
- Urheber- und Medienrecht (Content-Erstellung, Nutzungsrechte, Lizenzvergabe)
- Wettbewerbs- und Werberecht (z. B. Kennzeichnungspflicht bei Werbung, Transparenzpflichten)
- Datenschutzrecht und gegebenenfalls Verantwortlichkeiten bei Datenverarbeitung (z. B. personenbezogene Daten, Tracking)
Kooperationsverträge regeln in der Regel die wechselseitigen Rechte und Pflichten — und bieten beiden Seiten rechtliche Absicherung.
Kooperationsrecht = Schutz, Klarheit & Sicherheit
Kooperationen zwischen Influencern und Unternehmen bieten riesiges Potenzial — für Reichweite, Markenaufbau und Umsatz.
Doch ohne juristischen Rahmen, klare Vereinbarungen und rechtliche Präzision sind die Risiken hoch: von Abmahnungen über Streit um Content bis zu Haftungsfällen.
Warum ein rechtssicherer Kooperationsvertrag unabdingbar ist
Eine Kooperation, etwa zwischen einer Marke und einem Influencer, kann viele Formen haben — von einmaliger Werbung bis hin zu längerfristigen Kampagnen. Doch ohne klare vertragliche Regelung lauern zahlreiche Risiken:
- Ungenaue Absprachen zu Leistung & Vergütung (z. B. wie viele Posts, auf welchen Plattformen, mit welchem Content) führen zu Streit.
- Unklare Nutzungsrechte am Content (Fotos, Videos, Texte) — wer darf das Material wie lange und wofür verwenden? Ohne Regelung kann Content nach Vertragsende unberechtigt weitergenutzt werden.
- Fehlende Kennzeichnungspflicht für Werbung: Kommerzielle Beiträge müssen klar als Werbung markiert werden — sonst drohen Abmahnungen oder Bußgelder.
- Haftungsrisiken — etwa bei urheber- oder wettbewerbsrechtlichen Verstößen — lassen sich nur mit klaren Haftungs- und Freistellungsklauseln vermeiden.
Ein fundierter Kooperationsvertrag ist also die Basis für eine rechtssichere, faire Influencer-Marketing-Zusammenarbeit.
Wichtige Bestandteile eines Kooperationsvertrags
Ein guter Influencer-Kooperationsvertrag sollte mindestens folgende Punkte eindeutig regeln:
| Punkt | Bedeutung |
|---|---|
| Leistungsumfang | Welche Inhalte? Wie viele Posts? Auf welchen Plattformen? Wann? |
| Vergütung & Gegenleistung | Geld, Produkt, Provision, ggf. Erfolgsabhängigkeit — klar geregelt |
| Nutzungsrechte & Content-Verwendung | Wer darf Posts/Videos später nutzen — Firma, Influencer, Dritte? Für wie lange, in welchen Medien? |
| Kennzeichnungspflicht | Werbung als solche markieren (z. B. „Anzeige“, „Ad“, „Werbung“) — Pflicht nach UWG/Medienrecht. |
| Haftung & Gewährleistung | Wer haftet bei Rechtsverstößen? Freistellungs- und Schadensersatzklauseln sinnvoll. |
| Exklusivität / Wettbwerbsverbot | Ob und wie lange der Influencer parallel für Wettbewerber tätig sein darf |
| Datenschutz / DSGVO / Tracking & Datenverarbeitung | Besonders bei Kooperationen mit Gewinnspielen, Newsletter-Anmeldungen etc. relevant |
| Laufzeit & Kündigung | Beginn, Ende, Kündigungsmöglichkeiten und Bedingungen bei Vertragsbruch |
⚠ Typische Fehler & womit Sie vorsichtig sein sollten
- Verwendung von Standard-Musterverträgen ohne Anpassung — viele enthalten unfaire Klauseln, die im Streitfall unwirksam sein können.
- Unzureichende oder fehlende Werbekennzeichnung — Risiko für Abmahnung und Imageschaden.
- Unklare Regelung bei Content-Nutzung nach Vertragsende — Inhalte tauchen weiter auf, ohne dass der Influencer vergütet wird.
- Vertragsklauseln, die gegen Datenschutz oder Urheberrechte verstoßen — z. B. bei Fotos mit geschützten Musikstücken, Marken oder fremden Bildnissen.
✔ Empfehlungen für Influencer und Unternehmen
- Schließen Sie jede Kooperation schriftlich ab — mündliche Absprachen sind riskant.
- Verwenden Sie individuell angepasste Verträge — keine unbeurteilten Vorlagen.
- Klären Sie Nutzungs- und Exklusivrechte, Vergütung und Zeitpläne vor Veröffentlichung klar.
- Achten Sie auf korrekte Werbekennzeichnung je nach Rechtslage und Plattform.
- Ziehen Sie bei größeren Kampagnen oder internationalen Kooperationen rechtlichen Rat hinzu — insbesondere bei Urheber-, Marken- und Datenschutzfragen.


